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Was ist Schmerz
  • Definition
  • Schmerzentstehung
  • Schmerz
Der chronische Schmerz (zentrale Sensibilisierung) ist eine Volkskrankheit, die von einem speziellen Facharzt behandelt werden sollte. Dieser trägt die Zusatzbezeichnung "Spezielle Schmerztherapie". Diese erwirbt der Arzt nach erfolgreicher Prüfung bei einer Landesärztekammer.

Die International Accociacion for the Study of Pain (Internationale Schmerzgesellschaft) definiert Schmerz als "... ein unangenehmes Sinnes- und Gefühlserlebnis, das mit aktueller oder potentieller Gewebeschädigung verknüpft ist oder mit Begriffen einer solchen Schädigung beschrieben wird."

Akuter Schmerz signalisiert dem Körper, dass eine akute Gefahr besteht, beispielsweise eine Verletzung. Bei akuten Schmerz ist die Unsache daher meist eindeutig erkennbar und kann gezielt behandelt werden.

Chronischer Schmerz nimmt im Unterschied zum akuten Schmerz mit der Zeit die Form eines eigenen Krankheitsbildes an. Die Ursache ist meist nicht meht feststellbar oder nicht mehr vorhanden. Die Nerven senden anhaltend Schmerzimpulse an das Gehirn, obwohl kein Reiz mehr vorhanden ist. Die Nervenzellen haben eine Art Schmerzgedächnis entwickelt. Die Zeitgrenze, ab der Schmerzen als chronisch bezeichnet werden, liegt bei ca. drei Monaten.

Schmerzen treten auf, wenn bestimmte Reize wie mechanische Verletzungen oder Wärme und Kälte einen bestimmten Schwellenwert überschreiten. Dabei werden so genannte Schmerzstoffe freigesetzt, körpereigene Substanzen, die aus geschädigten Zellen abgesondert werden. Einige wirken schmerzerzeugend, andere machen die Schmerzrezeptoren empfindlicher, die sich auf der gesamten äußeren Haut, auf großen Teilen der Schleimhaut und in zahlreichen Geweben und Organen im Körperinneren befinden. Sie nehmen die Reize auf und leiten sie über Nervenfasern an das Gehirn weiter. Sind die Impulse im Großhirn angekommen, kann der Schmerz in seiner Stärke wahrgenommen und lokalisiert werden.
In der Schmerzmedizin werden nach ihrem Charakter drei Arten von Schmerz grob unterschieden. Sie geben auch Hinweise auf ihren Ursprung:
  1. Somatischer Schmerz entsteht, wenn Schmerzrezeptoren in der Haut, den Weichteilen, Knochen oder Gelenken erregt werden. Das geschieht beispielsweise durch Zerren, Quetschen oder Erhitzen. Der Schmerz wird, wenn er von der haut her als sogenannter Oberflächenschmerz kommt, als brennend oder spitz erlebt und ist gut lokalisierbar. Bei einem Reiz aus Muskeln, Bindegewebe, Knochen oder Gelenken wird der Schmerz als Tiefenschmerz dumpf und flächenhaft, also nicht gut lokalisierbar, empfunden.
  2. Neuropathischer Schmerz entsteht, wenn Nervengewebe geschädigt wird. Das kann nach Amputationen, Querschnittslähmungen, bei Nervenkrankheiten oder einer Gürtelrose der Fall sein. Der Schmerz wird in dem gesamten Areal gespürt, das von dem betroffenen Nerven versorgt wird, obwohl die eigentliche Schädigung nur eine bestimmte Stelle betrifft.
  3. Viszeraler Schmerz entsteht an den inneren Organen, beispielsweise durch Dehnung der Gallenblase oder des Nierenbeckens. Die Schmerzen sind meist dumpf, manchmal brennend oder krampfartig. Oft können sie nicht genau lokalisiert werden. Manchmal strahlt der Schmerz in eine andere Körperregion aus. So wird der Herzinfarkt oft als Schmerz im linken Arm empfunden, aber auch als Bauchweh oder Zahnschmerz.
Schmerzursachen / Krankheitsbilder
Jede Art von Schmerz kann zum chronischen Schmerz werden. Schmerz wird als chronisch definiert, wenn er länder als drei monate anhält. Häufig tritt er begleitend zu einer Erkrankung auf, besteht jedoch über diese hinaus weiter. Schmerzen ohne klare Ursachen kommen häufig vor.

Schmerz kann auf vier unterschiedliche Arten entstehen:

Art des Schmerzes Wahrnehmung Usache
physiologisch / nozizeptiv Wahrnehmung über Schmerzrezeptoren (Nozizeptoren) thermische, chemische und mechanische Reize
neuropatisch Nervenschmerz, Nervenschädigung ausserhalb des Zentralen Nervensystems (ZNS) Amputation, Viren, Diabetes mellitus
zentral Nervenschmerz, Nervenschädigung innerhalb des ZNS, also im Gehirn oder Rückenmark Querschnittlähmung, Viren, Multiple Sklerose, Hirnschlag
psychosomatisch Ausdruck seelischer Belastung keine organische Ursache

Psychosomatische Einflüsse

Der Begriff psychosomatisch umfasst die Wörter psyche (Seele) und soma (Körper). Psychosomatische Erkrankungen sind damit die Äußerung seelischer Probleme oder Krankheiten, die sich in körperlichen Beschwerden äußern. Dasselbe gilt auch andersherum: Körperliche Beschwerden können ihrerseits psychische Probleme nach sich ziehen.

Das vegetative Nervensystem bildet eine Brücke zwischen Psyche und Körper. So kann es bei Angst- oder Stresssituationen beispielsweise zu erhöhtem Herzschlag und gesteigerter Durchblutung kommen. Dauert die Überbelastung zu lange an, können psychosomatische (somatoforme) Störungen auftreten. Äußern sich diese in dauerhaften Schmerzen, so wird wiederum eine Stresssituation geschaffen und der Teufelskreis schließt sich.

Schmerztherapie
  • Medikamentöse Therapie
  • Akupunktur
  • MMST
Um den Schmerzkreislauf bei chronischen Schmerzen kurzzeitig zu unterbrechen, kommt häufig eine Nervenisolation zum Tragen. Dies kann zum Beispiel über den Wirkstoff Lidocain (ein örtliches Betäubungsmittel) erfolgen oder über eine Vereisung (Kryoanalgesie). Über kurze Zeit können auch Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure oder Ibuprofen eingenommen werden. Die medikamentöse Therapie sollte jedoch von einem Arzt begleitet werden, um eine Medikamentenabhängigkeit zu verhindern.

Die Basismedikation der Schmerztherapie besteht aus nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR, Schmerzmittel ohne Kortison) bei schwachen chronischen Schmerzen und aus Opioiden bei mittleren bis schweren Schmerzen. Antidepressiva können zusätzlich sinnvoll sein.

Schmerzmittel lindern zwar Schmerzen für den Moment, an der Ursache der Schmerzen ändern sie jedoch nichts. Um dem Teufelskreis aus Stress, depressiver Verstimmung, Schmerz und weiterem Stress zu entgehen, kann daher auf natürliche Präparate zurückgegriffen werden. Johanniskraut, eine alte europäische Hauspflanze, hemmt den Abbau der "Glücksbotenstoffe" Serotonin, Noradrenalin und Dopamin im Körper. So wird die Stimmung stabilisiert und der Teufelskreis durchbrochen.

In seltenen, besonders schweren Fällen kann es nötig sein, Schmerzpatienten vorübergehend in ein künstliches Koma zu versetzen.

Die Akupunktur (von lat. acus = Nadel, pungere = stechen) ist eine alte Methode der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Mithilfe von in den Körper eingestochenen dünnen Nadeln sollen mit ihr Krankheiten geheilt, Schmerzen gelindert oder das Wohlbefinden gesteigert werden.

Die Einstichpunkte liegen bei der Akupunktur über den gesamten Körper verteilt auf sogenannten Meridianen oder Energiebahnen, in denen die körpereigene Energie, das Qi, fließt. Die einzelnen Akupunkturpunkte sind aufgrund alter Erfahrungen festgelegt worden.

Obwohl die Sprache und Erklärungsmechanismen der Akupunktur dem westlichen (natur-)wissenschaftlich gebildeten Menschen zunächst fremd und überholt erscheinen, erkennt man in diesem alten Wissen, sofern die Begriffe jeweils modern übersetzt werden, neueste Erkenntnisse und Einsichten der medizinischen Forschung. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat eine Indikationsliste mit etwa 100 Beschwerdebildern, die sich für Akupunkturbehandlungen eignen, veröffentlicht. Besonders in der Schmerz- und Suchtbehandlung werden die Nadeln auch von westlichen Schulmedizinern eingesetzt.

Für die verschiedenen Anwendungen stehen unterschiedliche Arten von Nadeln aus verschiedenen Materialien und in verschiedenen Dicken und Längen zur Verfügung. In der Regel werden Nadeln aus Edelstahl als Einwegnadeln – und mehr historisch und heute nur noch sehr selten aus Silber oder Gold – verwendet. Silber oder Goldnadeln werden vor allem bei der Akupunktur des Ohrs verwendet. Die Länge der Nadeln variiert zwischen 1,5 und 7 Zentimetern. Die kurzen Nadeln werden vor allem im Gesichtsbereich, die langen bei der Behandlung tieferer Muskelstränge verwendet.

In der modernen Akupunktur werden neben Nadelakupunktur auch Laser- oder Elektroakupunktur eingesetzt; hierbei werden die Punkte nicht durch Bewegen der Nadeln, sondern durch Elektro- oder Laserenergie stimuliert.

Weitere Informationen zur Akupunktur haben wir hier für Sie zusammengestellt:

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Unter Multimodaler Schmerztherapie versteht man die gleichzeitige, aufeinander abgestimmte Behandlung eines Patienten wegen des gleichen Krankheitsbildes mit verschiedenen somatischen und psychologischen Therapieformen nach vorgegebenem Behandlungsplan und mit identischem, unter den Therapeuten abgesprochenem Therapieziel sowie gemeinsamer Therapiekontrolle. In einer solchen Behandlung werden beispielsweise Ärzte, Physiotherapeuten, Sporttherapeuten, Ergotherapeuten und Psychologen zusammen tätig.

Für Patienten mit chronischen Schmerzen kommt die Multimodale Schmerztherapie in Frage, wenn eine Schmerzlinderung auf körperlicher Ebene, etwa durch Medikamente, Injektionen oder Operationen nicht möglich ist. Deshalb wird in der Regel der Multimodalen Therapie eine ambulante schmerztherapeutische Behandlung vorgeschaltet, um diese Frage zu klären.

Hintergrund der Multimodalen Behandlung ist die Erkenntnis, dass die Auswirkungen chronischer Schmerzen nicht nur auf der körperlichen Ebene zum Tragen kommen, sondern auch soziale Konsequenzen in der Familie, im Freizeitverhalten und am Arbeitsplatz daraus resultieren, und natürlich auch psychische Folgen mit gedrückter Stimmung, Antriebslosigkeit, abwertender Meinung von sich selbst und möglicherweise dem Gefühl, dass einem niemand so recht glaubt.

Weitere Informationen zur Multiomalen Behandlung haben wir hier für Sie zusammengestellt:

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Unsere Philosophie
  • Fünf Säulen
  • Ganzheitlich
  • Zehn Schritte

Die fünf Säulen unserer speziellen Schmerztherapie:

  • Medikamentenoptimierung: Entwicklung eines Schmerzgedächtnisses verhindern
  • Akupunktur als Stimulationsverfahren
  • Lokal-anästhetische Verfahren
  • Physio- und Ergotherapie: Verbesserung der eingeschränkten Körperfunktionen.
  • Psychologische Verfahren: Schmerzkontrolle, Distanzierung vom Schmerz, Reintegration ins normale Leben und Wiederfinden von Lebensfreude.
Ganzheitlicher Therapieansatz
  • Aktive Teilnahme des Patienten an den Behandlungen
  • Multimodale Therapie
  • interdisziplinäre Kooperation

Zehn Schritte vom Patient zur Person
  1. Den Schmerz akzeptieren
  2. Aktiv gegen den Schmerz
  3. Prioritäten setzen
  4. Realistische Ziele Vereinbaren
  5. Patientenrechte erlernen
  6. Schmerz richtig deuten
  7. Negativen Stress vermeiden und Entspannen lernen
  8. Sport und Krankengymnastik betreiben
  9. Gesamtbild sehen
  10. Integration statt Isolation
 
   
   

 

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